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Diminutiv
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Das Diminutiv (auch Deminutiv, Diminutivum, Deminutivum von lateinisch (nomen) deminutivum, zu deminuere âverringern, vermindernâ,cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] vgl. minus) ist die Verkleinerungsform eines Substantivs mit grammatischen Mitteln. Gegenteil ist das Augmentativ. Diminutive dienen der Verniedlichung, z. B. als Koseform und zur Bildung von Kosenamen (Hypokoristika), oder auch der pejorativen und dysphemistischen Abwertung. HĂ€ufigste Endungen im Hochdeutschen sind â-chenâ und â-leinâ, letzteres im Alemannischen als â-leâ beziehungsweise in der Schweiz â-liâ (Schweizerdeutsch).
Contents
âą Wortbildung
âą Verwendung
âą Litauisch
âą Lettisch
âą Neugriechisch
âą Esperanto
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Kennzeichen und Herkunft
Das Diminutiv gehört als Verkleinerungsform zu den Mitteln der morphologischen Wortbildung. Diminutivformen werden in der Regel durch KĂŒrzung, Silbenverdoppelung oder AnfĂŒgen eines Diminutivaffixes gebildet. Die Art und HĂ€ufigkeit des Gebrauchs von Diminutiven unterscheidet sich je nach Sprache und Dialekt.
Im Deutschen ist das Diminutiv vor allem durch die Suffixe -chen und -lein gekennzeichnet. UrsprĂŒnglich galt sowohl im mittel- als auch im oberdeutschen Sprachraum nur das Suffix -lein, wogegen -chen aus dem niederdeutschen und niederfrĂ€nkischen Sprachraum stammt (nd. -ken oder -ke). Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich -chen in der Schriftsprache zum dominanten Suffix.cite-ref-lameli-3-0[3]
Grundlage bildet in beiden FĂ€llen das germanische Zugehörigkeitssuffix *-Ä«n. Im Fall von -chen wurde es mit dem Suffix *-k (germanisch *-ko/-kacite-ref-4[4]) verbunden, wogegen -lein eine Verbindung des althochdeutschen Suffixes -al, -il (vgl. etwa ahd. fogal âVogelâ, leffil âLöffelâ) mit dem althochdeutschen Verkleinerungssuffix -Ä«n ist, das spĂ€ter als neues, eigenstĂ€ndiges Suffix interpretiert und auf Wörter ĂŒbertragen wurde, die ursprĂŒnglich kein l-Suffix besaĂen (vgl. etwa ahd. hĆ«silÄ«n âHĂ€usleinâ).cite-ref-5[5]
Im Deutschen gibt es zudem bei Vornamen und anderen Substantiven eine Diminutivendung auf -i (Hansi, Berti, Karli; aber auch Studi, Bubi); siehe auch Abschnitt âKoseformen bei Vornamenâ. Die Endung -i wird auch zur Bildung von Spitznamen aus Familiennamen verwendet.
Reduplikationen finden sich auch im Deutschen vor allem fĂŒr Koseformen (Papa oder Dodo fĂŒr âDorisâ etwa).
Verschwunden (beziehungsweise von -chen ĂŒberschichtet) ist hingegen das im FrĂŒhneuhochdeutschen beliebte Suffix -gen, das unklarer Herkunft ist.cite-ref-lameli-3-1[3]
Wortbildung
Die Bildung des Diminutivs ist im Deutschen oft mit der Ănderung des Vokals der Stammsilbe zum entsprechenden Umlaut (Sack â SĂ€cklein) und Aussparung eines unbetonten letzten Vokals (Hose â Höschen) verbunden (Gegenbeispiele sind etwa Paulchen, Blondchen). Der zu einem doppelt geschriebenen Vokal gebildete Umlaut wird nur einfach geschrieben (z. B. Boot â Bötchen).
Im mittelbairischen Dialektraum wird das Diminutiv bevorzugt mit -erl (z. B. Sackerl, Hunderl, Hoserl, StĂŒberl), auch nur mit -l (z. B. Gansl) gebildet.
Im sĂŒdbairischen Dialektraum wird das Diminutiv bevorzugt mit -ele oder -ale (z. B. Sackele/Sackale, Hundele/Hundale, Hosele/Hosale) gebildet.
Im alemannischen Dialektraum wird das Diminutiv in der Regel mit -li gebildet: z. B. Platz â PlĂ€tzli. Besonders in höchstalemannischen Mundarten gibt es auch weitere Varianten wie -ji und -tschi, siehe dazu im Artikel -li.
Im schwÀbischen Dialektraum wird das Diminutiv mit den Endungen -le (Singular) bzw. -la (Plural) gebildet, z. B. Heisle und Heisla (HÀuslein).
Im AltsĂ€chsischen wurde fĂŒr die Verkleinerung das ableitende k (c) bevorzugt, das durch die hochdeutsche Lautverschiebung zu ch wurde und sich zum heutigen -chen erweiterte. Dem oberdeutschen Fridolin mit dem Stamm frid entspricht also ein angelsĂ€chsischer Frideko, einem oberdeutschen Berilo mit dem Stamm ber ein niederdeutscher Beriko usw. Die Namensformen mit ko sind seit dem 4. Jahrhundert nachgewiesen.cite-ref-6[6]
Grammatisches Geschlecht (Genus)
In der deutschen Standardsprache sind Diminutive auf -chen und -lein stets sĂ€chlich, weshalb die Diminuierung mĂ€nnlicher oder weiblicher Substantive â bei Lebewesen ungeachtet ihres natĂŒrlichen Geschlechts (Sexus) â eine Ănderung des Genus mit sich bringt. Somit ist das MĂ€dchen (ursprĂŒnglich: MĂ€gdchen, Diminutiv von Magd)cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] grammatikalisch sĂ€chlich, ebenso wie Weibchen und MĂ€nnchen. In Dialekten sind Verkleinerungen von mĂ€nnlichen Personennamen hingegen oft mĂ€nnlich, etwa der Hansli (der kleine Hans), aber das Anneli (die kleine Anna). Im österreichischen Dialektraum behalten Verkleinerungen weiblicher Personennamen in der Regel den weiblichen Genus wie die Annerl im Gegensatz zu beispielsweise das Hunderl.
Verwendung
Verwendung des Diminutivs im Deutschen:
âą fĂŒr kleine oder junge Menschen
⹠zur Kennzeichnung kleiner GegenstÀnde innerhalb einer Klasse von GegenstÀnden
âą zur Kennzeichnung kleiner oder junger Tiere oder Pflanzen
âą als Koseform
âą als Verniedlichungsform, besonders von Substantiven oder Eigennamen in an Kinder oder geliebte Personen gerichteter Sprache
âą als Wertung: Minderung des Ansehens einer Person oder des Wertes eines Gegenstandes als Pejorativum bzw. Dysphemismus (âDas ist kein Haus, das ist ein HĂ€uschen!â)
âą als Untertreibung (âwir haben ein Problemchenâ)
Besonders hĂ€ufig ist die Verwendung von Diminutiven (-la, -le, -li, -l, -erl) im OstfrĂ€nkischen, in den alemannischen Dialekten (siehe den Artikel -li), im Bairischen sowie (-ke) im heute aussterbenden NiederpreuĂischen. Das ostfriesische Platt verwendet die Diminutiv-Endung -je bzw. -tje (Kluntje, Antje âĂnnchenâ), kennt aber auch das Suffix -ke (Happke âHĂ€ppchenâ). Weniger ausgeprĂ€gt erfolgt es im NordniedersĂ€chsischen, wo die Verkleinerung in der Regel durch ein vorangestelltes Adjektiv ausgedrĂŒckt (lĂŒtte Deern âkleines MĂ€dchenâ) wird, was mit dem weitestgehenden Fehlen von Diminutiven im angelsĂ€chsischen und skandinavischen Sprachraum korrespondiert; das norddeutsche Diminutiv auf -ing (Kinnings fĂŒr âKinderâ, Louising fĂŒr âLouiseâ) ist kaum noch verbreitet. Ebenfalls wenig verbreitet ist das Diminutiv -l oder -el im Ostmitteldeutschen, wo es sich meist nur in feststehenden AusdrĂŒcken wie RostbrĂ€tel findet; es lebt allerdings in einer Reihe von Personennamen (z. B. HĂ€nsel und Gretel) im gesamten deutschen Sprachraum fort.
VerselbstÀndigte Diminutive
Bestimmte Wörter sind formal Diminutive, werden jedoch als eigenstÀndiger Begriff und nicht (mehr) als Verkleinerungsform des Ursprungsbegriffes verwendet. Beispiele:
âą ein bisschen
âą FrĂ€ulein, frĂŒher Bezeichnung und Anredeform fĂŒr unverheiratete Frauen; fĂŒr kleine Frau eher Frauchen (Koseform, ohne Umlaut)
âą Herrchen und Frauchen (Hundehalter, Hundehalterin)
âą Wehwehchen, Zipperlein (kleines, unbedeutendes Leiden)
⹠OhrlÀppchen
⹠Brötchen
⹠FischstÀbchen und EssstÀbchen
⹠Eichhörnchen
âą Kaninchen (lat. cuniculus), die Hauptform Kanin wird nur fachsprachlich verwendet
âą Meerschweinchen
⹠ErdmÀnnchen
âą Seepferdchen
âą Rotkehlchen
âą Silberfischchen
âą Radieschen, zu noch fachsprachlich verwendetem Radies (lat. radix âWurzelâ), vergleiche Rettich/Radi
âą StiefmĂŒtterchen
âą GĂ€nseblĂŒmchen
âą KĂ€tzchen, BlĂŒtenstand mancher BĂ€ume oder StrĂ€ucher, z. B. WeidenkĂ€tzchen
âą Sankt Nimmerlein, umgangssprachlich, Tag, der niemals eintreten wird
âą Heimchen, Verkleinerung von Heime (m. und f.) (Grille)
âą Veilchen, Verkleinerung von Veil (m.)
⹠PlÀtzchen (vergleiche Keks)
âą Sternchen, typografisches Symbol
âą MĂ€tzchen, fĂŒr Faxen
Weitere Beispiele siehe auch unter -li #Bedeutung.
Koseformen bei Vornamen
â
Hauptartikel
:
Kosename
Diminutive in anderen Sprachen
Romanische Sprachen
Französisch
Das ursprĂŒngliche französische Diminutiv auf -ette kommt heute nur noch lexikalisiert vor, das heiĂt, die damit gebildeten Wörter sind selbstĂ€ndig und sind nicht (mehr) die Funktion einer Verkleinerung anderer Wörter. Ein Beispiel ist etwa sandalette âleichte Sandaleâ, zu sandale âSandaleâ. Einige auf diese Weise gebildete Begriffe haben als Fremdwörter Eingang ins Deutsche gefunden, beispielsweise Voiturette oder Zigarette.
Im Quebecer Französisch werden Diminutivformen durch PrĂ€figierung oder Silbenverdopplung gebildet, beispielsweise ti-chat âKĂ€tzchenâ, ti-gars âJĂŒngelchenâ, Ti-(L)ouise âLouiseâ, Ti-Mi âMichelleâ, DĂ©dĂ© âAndrĂ©â, Didi âDianeâ, Dodo âDominiqueâ. Ăhnliche Formen gibt es auch in den französischen Kreolsprachen (namentlich Haitianisch-Kreolisch) und verschiedenen westafrikanischen Sprachen.
Italienisch
Diminutive sind im Italienischen sehr gebrÀuchlich, besonders als Kosenamen und liebevoll, aber auch scherzhaft oder ironisch. Die typischen Endungen lauten -ina und -ino, oder -etta und -etto; und zuweilen auch -ella und -ello.
Seltener sind die Suffixe -accio oder die -uccio: z. B. Antonaccio statt Antonio, Matteuccio fĂŒr Matteo.
VerselbstÀndigte Bildungen sind:
âą spaghettini (besonders feine, dĂŒnne Spaghetti),
⹠violoncello (kleine Violone, VorlÀufer des Kontrabasses),
âą piazzetta (kleiner Platz), zu piazza,
âą pastorella zu pastora (Hirtin).
Italienisch kennt auch eine VergröĂerungsform (Augmentativ), die auf -one endet.
Portugiesisch
Siehe auch: Abschnitt âPortugiesischâ im Artikel Diminutivaffix
In der portugiesischen Sprache sind Diminutive ausgesprochen verbreitet, sehr oft verniedlichend, scherzhaft oder ironisch sowie als Steigerung. Die typische Diminutivendung lautet im Maskulinum -inho (sprich: -iÉČu), -sinho, -zinho und im Femininum -inha (sprich: -iÉČÉ), -sinha, -zinha. Beispiele: bola âBallâ â bolinha; bolo âKuchenâ â bolinho; pomba âTaubeâ â pombinha; peixe âFischâ â peixinho; melĂŁo Melone â melĂŁosinho.
Daneben existiert auch -ito (sprich: -itu) oder -ita (sprich: -itÉ), das etwas kecker oder frecher klingt als -inho/-inha und teilweise alternativ verwendet werden kann, z. B.: bĂ©bĂ© âBabyâ â bĂ©bĂ©sinho/bĂ©bĂ©sinha oder bĂ©bĂ©sito/bĂ©bĂ©sita.
Diminutive werden auch bei Adjektiven oder Adverbien benutzt, dies ist nur schwer ins Deutsche zu ĂŒbersetzen, z. B. pequeno âkleinâ â pequeninho oder pequenito; bom âgutâ â bomzinho; devagar âlangsamâ â devagarinho.
VerselbstĂ€ndigte Wortbildungen sind: um bocadinho âein kleines bisschenâ (aber auch: bocado), oder carregadinho (von carregar âtragenâ): uma ĂĄrvore carregadinha de fruta âein Baum voller FrĂŒchteâ.
Spanisch
Die Diminutiv-Endungen im Spanischen sind -ito beziehungsweise -ita, z. B. Manuel/Manolo â Manolito, Manuela/Manola â Manolita; JosĂ© â Joselito; flor âBlumeâ â florecita; muchacha/-o âMĂ€dchen /Jungeâ â muchachita/-o. Zuweilen kommt auch -illo, illa vor, z. B. Ăngel âAngelillo.
Die Diminutiv-, aber auch Augmentativsuffixe weisen hinsichtlich ihrer Vokalbetonungen zwei Besonderheiten auf. So sind die Verkleinerungssuffixe, hier in ihrer maskulinen Formen: -ito, -cito, -ico, -cico, -illo, -cillo, auf einem Vorderzungenvokal betont, wohingegen die VergröĂerungssuffixe: -Ăłn, -azo, -ote, einen hinteren bzw. offenen betonten Vokal haben.
Skandinavische Sprachen
In den skandinavischen Sprachen sind Diminutiva nicht mehr produktiv. Es existieren noch lexikalisierte Reste einer Diminutivendung -ing, zum Beispiel: ĂŠlling (dĂ€n.) âEntchenâ von and âEnteâ, killing (dĂ€n.) âKĂ€tzchenâ oder kĂŠlling (dĂ€n.), kĂ€rring (schw.) âalte (Frau)â von karl âKerl, Mannâ. Unterscheidungen zwischen den Verniedlichungsformen und den entsprechenden Augmentativen werden durch das Voranstellen der Wörter fĂŒr âkleinâ bzw. âgroĂâ verdeutlicht. In lexikalisierten FĂ€llen werden diese Verbindungen zusammengeschrieben, zum Beispiel dĂ€nisch lillebror âkleiner Bruder, jĂŒngerer Bruderâ.
Litauisch
In der litauischen Sprache gibt es Diminutive bei vielen Vornamen (LaimutÄ, SigutÄ, BirutÄ etc.). Auch sonst sind Diminutive sehr verbreitet. DafĂŒr gibt es etliche Diminutivendungen:
âą â-elis, -elÄâ: z. B. namelis (HĂ€uschen), gÄlelÄ (BlĂŒmchen)
âą â-Älis, -ÄlÄâ: Ä
sotÄlis (KrĂŒgchen, kleiner Krug), gaidelis (HĂ€hnchen), maĆŸutÄlÄ (kleines MĂ€dchen)
âą â-ulis, -ulÄâ: maĆŸulis (kleiner Junge), Gintulis (vom mĂ€nnlichen Vornamen âGintasâ)
âą â-(i)ukas, -(i)ukÄâ: berniukas (junger Knabe, KnĂ€bchen), Aidukas (vom mĂ€nnlichen Vornamen âAidasâ)
âą â-eliukas, -eliukÄâ (doppelter Diminutiv): ereliukas (ganz ganz kleiner Adler), mameliukÄ (kleine Mama, liebe Mama)
âą â-ytis, -ytÄâ: paukĆĄtytis (Vögelchen), gÄlytÄ (BlĂŒmchen), OnytÄ (vom weiblichen Vornamen âOnaâ, auf Deutsch Anna)
âą â-(i)utis, -(i)utÄâ: zuikutis (ganz kleines Kaninchen), saulutÄ (kleine Sonne, beliebt als Kosewort), s. a. die weiblichen Beispielvornamen oben
âą â-(i)Ć«kĆĄtis, -(i)Ć«kĆĄtÄâ: berniĆ«kĆĄtis (junger Knabe, kleiner Junge), upÄliĆ«kĆĄtis (besonders kleines FlĂŒsschen, BĂ€chlein, Rinnsal)
âą â-aitis, -aitÄâ: bernaitis (junger Knabe, kleiner Junge), mamaitÄ (kleine Mama, liebe Mama)
âą â-uÄiukas, -uÄiukÄâ (zwei sich steigernde Formen des Diminutivs): maĆŸuÄiukas (winzig kleiner Junge), maĆŸuÄiukÄ (kleines MĂ€dchen)
Sogar die Funktion âSeite erneuernâ (engl. âpurgeâ) heiĂt in der litauischen Wikipedia âIĆĄvalyti podÄlÄŻâ (also âdas kleine Töpfchen auswaschenâ).
Lettisch
In der lettischen Sprache sind Diminutive sehr verbreitet. So heiĂt es im Volkslied:
Pie niedrÄ«tes laivu sÄju, pie auziĆas kumeliĆu.
Pats uzkÄpu kalniĆÄi zeltenÄ«tes lĆ«kotiesi.
Hier sind in zwei kurzen Liedzeilen fĂŒnf Diminutive enthalten: âniedrÄ«teâ ist Diminutiv von âniedreâ (Schilf), âauziĆaâ von âauzaâ (Hafer), âkalniĆĆĄâ von âkalnsâ (Berg), âzeltenÄ«teâ von âzelteneâ.
Slawische Sprachen
In den slawischen Sprachen werden hĂ€ufig zwei sich steigernde Formen des Diminutivs verwendet, z. B. im Tschechischen: strom âBaumâ â stromek âBĂ€umchenâ â stromeÄek âkleines BĂ€umchenâ.
Im Russischen ist die typische Endung des Diminutivs ein -a, die oft um -ka, -ja, -schka erweitert auftritt, wie z. B. baba âalte Frau, GroĂmutterâ neben babuschka âGroĂmĂŒtterchen, Omaâ.
Neugriechisch
In der griechischen Sprache dienen der Diminuierung eine Vielzahl verschiedener Verkleinerungssuffixe. Zu den gebrÀuchlichsten zÀhlen:
âą Maskulina: -ÎŹÎșÎ·Ï [-ĂĄkis], -ÎŹÎșÎżÏ [-ĂĄkos], -ÎżÏÎ»Î·Ï [-oĂșlis] Beispiel: der Vater (Îż ÏαÏÎÏÎ±Ï [o patĂ©ras]) â das VĂ€terchen (ÏÎż ÏαÏΔÏÎżÏÎ»Î·Ï [o pateroĂșlis])
âą Feminina: -ÎżÏλα [-oĂșla], -ÎżÏΎα [-oĂșda], -ÎżÏÎżÏλα [-opoĂșla], -ÎŻÏÏα [-Ătsa] Beispiel: das Bier* (η ÎŒÏÎŻÏα [i bĂra]) â das Bierchen (η ÎŒÏÎčÏÎŻÏÏα [i birĂtsa]) [* das Genus im Griechischen ist feminin]
âą Neutra: -ÎŹÎșÎč [-ĂĄki], -ÎżÏλÎč [-oĂșli], -ÎżÏÎŽÎč [-oĂșdi], -ÎżÏ
ÎŽÎŹÎșÎč [-oudĂĄki], -ÎżÏÎżÏλο [-opoĂșlo] Beispiel: das Haus (ÏÎż ÏÏÎŻÏÎč [to spĂti]) â das HĂ€uschen (ÏÎż ÏÏÎčÏÎŹÎșÎč [to spitĂĄki])
âDie Bedeutung der griechischen Diminutiva geht aber ĂŒber die Verkleinerung hinaus, denn sie werden sehr oft verwendet, um eine zĂ€rtliche Bemerkung, eine höfliche Bitte, eine approximative Berechnung, manchmal auch eine negative [verharmlosende] Beurteilung auszudrĂŒckenâ (Pavlos Tzermias: Neugriechische Grammatik, A. Francke Verlag, Bern 1967).
Das Griechische kennt nicht nur Diminutiva, sondern auch VergröĂerungsformen (Augmentativa), die manchmal sehr plastisch sind.
Esperanto
In der internationalen Sprache Esperanto wird die âVerkleinerungsformâ mit der Silbe -et- in Anlehnung an die romanischen Sprachen gebildet, fĂŒr die entgegengesetzte âVergröĂerungsformâ wird die Silbe -eg- benutzt. Danach wird, wie regelhaft ĂŒblich, ein Endvokal oder eine Endsilbe angefĂŒgt, die die Wortklasse bezeichnet (-o fĂŒr Substantive in der Einzahl, -oj fĂŒr Substantive im Plural, -a fĂŒr Adjektive, -e fĂŒr Adverbien, -i fĂŒr Verben in der Grundform usw.):
âą pordo, pordoj TĂŒr, TĂŒren; pordeto, pordetoj TĂŒrchen, Pforten (auch Plural); pordego, pordegoj Tor, Tore
âą varma warm, varmeta lauwarm, varmega heiĂ
âą salti springen, salteti hĂŒpfen, saltegi RiesensprĂŒnge machen
Die Silben sind auch als eigenstÀndige WortstÀmme einsetzbar:
âą eta klein, gering, ege sehr (Adverb)
Siehe auch
Literatur
âą Franz Januschek: Ăber Fritz und andere Auslaufmodelle. Ein Beitrag zur Lingologie. In: Elisabeth Berner, Manuela Böhm, Anja Voeste (Hrsg.): Ein gross vnnd narhafft haffen. Festschrift fĂŒr Joachim Gessinger. UniversitĂ€ts-Verlag, Potsdam 2005, ISBN 3-937786-35-X, S. 221â231, Volltext (Ăber Koseformen von Vornamen).
âą Alfred Lameli: The Replacement of Diminutive Suffixes in the New High German Period. A Time Series Analysis in Word Formation. In: Journal of Historial Linguistics 3, 2018.
âą Maria Schiller: Pragmatik der Diminutiva, Kosenamen und Kosewörter in der modernen russischen Umgangsliteratursprache (= Sprach- und Literaturwissenschaften. Bd. 22). Herbert-Utz-Verlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-8316-0683-2 (Zugleich: MĂŒnchen, UniversitĂ€t, Dissertation, 2006).
âą Henri Wittmann, Heinz Fischer: Die Verteilung des diminutivierenden /ĆĄÉ/ und /jÉ/ im MittelfrĂ€nkischen (Aschaffenburg, Neuwied). In: Ătudes germaniques. Bd. 14, 1964, S. 165â167, Digitalisat (PDF; 203 KB).
Weblinks
Wiktionary: Diminutiv
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Einzelnachweise
cite-note-11. â âDiminutivâ, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer ĂŒberarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, abgerufen am 26. Juli 2022.
cite-note-22. â Karl Ernst Georges: AusfĂŒhrliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, deminutivus, abgerufen am 26. Juli 2022.
cite-note-lameli-33. â Alfred Lameli: The Replacement of Diminutive Suffixes in the New High German Period. A Time Series Analysis in Word Formation. In: Journal of Historial Linguistics 3, 2018.
cite-note-44. â Uday Hattim Mahmod AL Sallaw (Hrsg.): Die Diminution im Deutschen und im Arabischen. Eine kontrastive und korpusbasierte Analyse. 2011, S. 39.
cite-note-55. â Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin 1989 (mit weiteren Auflagen), s. v.
cite-note-66. â Josef Karlmann Brechenmacher: Deutsches Namenbuch. Band 3. Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1928, S. 43.
cite-note-77. â Duden.de: MĂ€dchen
cite-note-88. â DWDS: MĂ€dchen
cite-note-99. â Worteintrag: MĂ€dchen, das. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 18. Februar 2019.